Zeche Zweckel

  • Adresse

    Zeche Zweckel Schacht 1/2
    Frentroper Straße 74  
    45966 Gladbeck 

  • Öffnungszeiten

    Die Zeche Zweckel ist nur im Rahmen von Führungen und Veranstaltungen zugänglich.

  • Führungen

    Industriehistorische Führungen
    Jeden 2. und 4. Sonntag im Monat
    14 Uhr

  • Verein

    An diesem Standort ist kein Verein aktiv.

Die Maschinenhalle. Motor des ehemaligen Bergwerks.

Zu der Zeit, als die Förderbänder auf Zweckel auf Hochtouren liefen, war die Maschinenhalle als elektrische Zentrale bekannt. Denn im Inneren des Gebäudes erzeugten unzählige Kompressoren, Generatoren und Umformer Druckluft und elektrische Energie für das gesamte Bergwerk. Zudem waren dort die Grubenlüfter untergebracht, die für die Frischluftzufuhr zum Grubengebäude sorgten. Heute sind nur wenige technische Anlagen erhalten geblieben. Und doch lässt die Dimension des Bauwerks die Besucher erahnen, wie groß der Maschinenpark der Zeche Zweckel einst war. Zu bestaunen sind noch ein Ilgner-Umformer im Hauptgebäude sowie die beiden elektrischen Fördermaschinen aus dem Jahr 1908 in den beiden Flügelbauten. Die zwei letztgenannten Fabrikate stammen aus den Werken von AEG (Elektrik) und Thyssen & Co. (Mechanik).

Die Gerüste. Zeugen des Bergbaus.

Auf den ersten Blick könnte man fast übersehen, dass sich auf dem Gelände der Zeche Zweckel ein Bergwerk befand. Nur noch die beiden eingeschossigen Einstrebengerüste über Schacht 1 und 2 geben einen direkten Hinweis auf die Montanindustrie. Sie entstanden Anfang des 20. Jahrhunderts in Fachwerkbauweise und gehören im Ruhrgebiet zu den ältesten erhaltenen Anlagen ihrer Art.

Die Geschichte der Zeche. Kohle und Badegäste.

Die erste Kohle förderte das Bergwerk im Jahr 1911. Doch in den Tiefen der Erde schlummerte ein weiterer Schatz, den die Bergleute beim Abteufen der Schächte entdeckten: eine warme Solquelle. So kam es auch, dass im Jahr 1928 ein Badehaus entstand, das sich bis zur Schließung im Jahr 1950 großer Beliebtheit erfreute. Im Jahr 1925 gingen die Besitzrechte des preußischen Bergfiskus an die neu gegründete staatliche Bergwerks-AG Recklinghausen über. Vier Jahre später arbeitete die Zeche Zweckel im Verbund mit der Schachtanlage Scholven, wo ab 1929 die Kohleförderung erfolgte. Die Schächte auf Zweckel dienten der Seilfahrt, der Materialförderung und der Wetterführung. Im Jahr 1935 wurde die staatliche Bergwerksgesellschaft Hibernia AG in Herne zum neuen Besitzer der Zeche Zweckel. Zehn Jahre später agierte die Zeche wieder selbstständig – die Kohleförderung erfolgte weiterhin auf Scholven. Ende des Jahres 1951 kam es zum erneuten Zusammenschluss mit dem Bergwerk Scholven, das gemeinsam mit der Zeche Zweckel im Jahr 1963 stillgelegt wurde. Benutzt wurden die Schächte auf Zweckel jedoch weiterhin: Bis 1995 dienten sie der Wasserhaltung der benachbarten Zechen.

Gebäude

1 Maschinenhalle

1909

Bauzeit:

1909 Maschinenhalle,
1910/12 Fördergerüste

Stilllegung

1963

Industriedenkmal

seit 1988

Stiftungsstandort

seit 1997

Grundstück

40.000 m²

Technische Anlagen / Maschinen

2 Fördergerüste

1910–1912

2 Elektrofördermaschinen

1908

1 Ilgner-Umformer

1908

Restaurierungs-, Sanierungs- und Baumaßnahmen

1997–2000

Reinigung der Fassaden,
Fenstersicherung und Dachabklebung

2002–2004

Dach- und Fachsanierung und Umnutzung der
Maschinenhalle zum Spielort der Ruhrtriennale

2005

Restaurierung bzw. Rekonstruktion historischer
Wandmalereien (2 Achsen)

2006–2008

Gestaltung der Außenanlagen

2009–2014

Instandsetzung der historischen Zaunanlage

2010–2012

Reinigung und Konservierung der Fördermaschinen
und Umformer und Instandsetzungsmaßnahmen
an Boden- und Wandfliesen