Welterbeprojekt

Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet. Ein Vorschlag für das Welterbe der UNESCO.

Die „Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet“ für ein UNESCO-Welterbe zu qualifizieren, ist ein zentrales Anliegen der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur. Zusammen mit ihren Partnern, dem Land Nordrhein-Westfalen, dem Regionalverband Ruhr, dem Landschaftsverband Rheinland, dem Landschaftsverband Westfalen und der Emschergenossenschaft und dem externen Berater Barry Gamble (UK) hat sie einen Vorschlag zur Aufnahme der Industriellen Kulturlandschaft Ruhrgebiet in die deutsche Vorschlagsliste für das UNESCO-Welterbe erarbeitet.  

 

Im Entwurf zum OUV wird als wesentliches Merkmal zunächst die Prägung der Ruhrgebietslandschaft durch eine großmaßstäbliche Schwerindustrie im Zeitraum zwischen den 1850er und 1950er Jahren herausgestellt. Das Ruhrgebiet hatte sich in den 1870er Jahren zur größten Region für den Abbau von Steinkohle und die Herstellung von Koks auf dem europäischen Festland entwickelt. Um 1900 war die Region der größte Stahlproduzent in Europa. Zudem wies das Gebiet in jener Zeit das dichteste industrielle Verkehrsnetz in Europa auf und verfügte über eine der weltweit größten Entwicklungen von industriebedingten Wohnsiedlungen.

 

Ein weiteres Charakteristikum wird in der engen Vernetzung der wichtigsten Industriebranchen von Kohle, Eisen und Stahl gesehen, die in Unternehmensstrukturen ebenso ablesbar ist wie in der physischen Verknüpfung von Produktionsstufen.

 

Darüber hinaus hebt der Entwurf als Kennzeichen für das Ruhrgebiet eine radikale Überformung der Landschaft von außergewöhnlicher Größe hervor, mit Strukturen, die von Menschenhand geschaffen beziehungsweise durch sie verursacht sind, wie die Aufschüttungen (Halden) und Absenkungen (Polder). Als einmalig wird auch das Abwasser-Management-System der Emscher erachtet und als Beleg für ein „frühes, weitsichtiges ökologisches Handeln in einem industrielandschaftlichen Kontext“ gesehen.

 

Schließlich richtet der Entwurf zum OUV der Industriellen Kulturlandschaft Ruhrgebiet das Augenmerk auf die Industriekultur, die aus den Produktions- und Lebensbedingungen in der Montanindustrie hervorging, das regionale Bewusstsein geprägt hat, bis heute identitätsstiftend ist und – kontinuierlich und nachhaltig gemanagt – ein wesentliches Merkmal der Region darstellt. Vor diesem Hintergrund wird das Ruhrgebiet als Europas Musterbeispiel für das großmaßstäbliche Erbe der Montanindustrie hervorgehoben.   

 

Wann die Kultusministerkonferenz der Bundesrepublik Deutschland den Vorschlag „Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet“ im Hinblick auf eine Fortschreibung der deutschen Tentativliste des Kultur- und Naturerbes der Welt begutachten wird, ist noch ungewiss – voraussichtlich wird es zwischen 2020 - 2022 sein.

Ein Projekt der:
Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur

in Zusammenarbeit mit:

· Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen (MHKBG)
· Regionalverband Ruhr (RVR)
· Landschaftsverband Rheinland (LVR)
· Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)
· Emschergenossenschaft (EG)
 

Kontakt

Dr. Marita Pfeiffer 

0231 931122-41
pfeiffer@industriedenkmal-stiftung.de
 

Broschüre "Industrielle Kulturlandschaft Ruhrbegiet"

 

Hier finden Sie die Broschüre zum Download als pdf:

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