Zeche Pattberg

  • Adresse

    Zeche Pattberg Schacht 1 
    Am Pattberg 35
    47445 Moers

  • Öffnungszeiten

    Der Zugang zum Industriedenkmal ist nur nach Absprache mit der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur möglich.

  • Führungen

    Ein Führungsprogramm wird derzeit erarbeitet.

  • Verein

    An diesem Standort ist kein Verein aktiv.

Die Zeche Rheinpreußen. Die Wurzeln der Pattbergschächte.

Ein weiterer Name, der mit dem linksrheinischen Bergbau in enger Verbindung steht, ist Franz Haniel. Dem Unternehmer wurde im Jahr 1857 das nahezu 100 Quadratkilometer große Grubenfeld Rheinpreußen verliehen. Im selben Jahr begannen die Abteufarbeiten des ersten Schachtes. 1866 folgte das Abteufen des zweiten Schachtes im heutigen Duisburg-Hamborn. Doch erst zehn Jahre später konnte das Bergwerk die erste Steinkohle fördern. Franz Haniel erlebte diesen Auftakt nicht mehr. Er starb 1868. Das Ruder übernahm die Familie des Gründers, die Rheinpreußen zu einer wahren Erfolgsgeschichte machen sollte. In den drei Jahrzehnten ab Ende der 1870er Jahre entstanden drei weitere Schächte.

1927. Die Geburtsstunde der Pattbergschächte.

Im Zuge der Erschließung des nördlichen Grubenfeldes von Rheinpreußen teuften die Bergleute im Jahr 1927 zwei neue Schächte ab, die den Namen von Heinrich Pattberg tragen sollten. Die Förderung auf Pattberg 1 begann im selben Jahr. 1934 nahmen die Beschäftigten die Arbeiten auf Pattberg 2 auf. In diesem Zeitrahmen erfolgte nahezu der komplette Ausbau der Übertageanlagen. Mit dem Beginn der Kohleförderung erhielten die Pattbergeschächte eine eigenständige Führung und gehörten zu den technisch fortschrittlichsten Zechen Europas.

Das förderstärkste Bergwerk im Ruhrgebiet. 13 Jahre auf Platz eins.

Im Jahr 1956 erfolgte der Verbund mit der Zeche Rheinpreußen – und die Erfolgsgeschichte erreichte ihren Höhepunkt. Denn von 1956 bis 1969 galt die Zeche Rheinpreußen unangefochten als das förderstärkste Bergwerk im Ruhrrevier.1966 erreichte es mit rund 4,7 Millionen Tonnen Steinkohle seinen maximalen Ertrag. Zu der Zeit waren 9363 Beschäftigte auf Rheinpreußen beschäftigt.

Mit vereinten Kräften. Zeiten des Verbunds.

Die Zeche Rheinpreußen ging im Jahr 1969 in die Hände der Ruhrkohle AG über. Im Zuge dessen erfolgte 1970 die Ausgliederung der Pattbergschächte, die ihre neue Rolle im Verbund mit der Schachtanlage Rossenray fanden. Im Jahr 1971 legte die Ruhrkohle AG die Zeche Rheinpreußen mit Pattberg/Rossenray zusammen. Dieser Schulterschluss markierte die Geburtsstunde des Verbundbergwerks Rheinland. Es sollte noch 22 Jahre dauern, bis 1993 die Zusammenlegung von Rheinland und Friedrich Heinrich erfolgte.

Die Stilllegung. Verfüllung und Abbrucharbeiten.

Nach der Stilllegung im Jahr 1993 erfolgte schrittweise die Verfüllung der Schächte. Es kam zu umfangreichen Abbrucharbeiten, sodass nur wenige Gebäude erhalten geblieben sind. Die Maschinenhalle gehört seit 1995 zu den Standorten der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, die den Abbruch der Maschinenhalle verhindern konnte. Die Eintragung als Denkmal erfolgte im Jahr 2012.

Zeitreise und Kultur. Die Pattbergschächte heute.

Bunte Lichter erstrahlen aus den Fenstern der Maschinenhalle. Leise dringen klangvolle Melodien nach draußen. Seit 2016 finden immer wieder kulturelle Veranstaltungen auf Pattberg statt. Eine umfangreiche Gebäudesanierung sowie die Geländeerschließung stehen noch aus.

Gebäude

1 Maschinenhalle

1932

Bauzeit

1932 Maschinenhalle

Stilllegung

1993

Industriedenkmal

seit 2012

Stiftungsstandort

seit 1997

Grundstück

2.387 m²

Technische Anlagen / Maschinen

1 Elektrofördermaschine

1912

1 Doppel-Ilgner-Umformer

1912

1 Umformer

1962/63

Restaurierungs-, Sanierungs- und Baumaßnahmen

2002

Dachabdichtung, Sicherung der Fensteranlagen

2015

Sanierung des Daches inkl. Dachentwässerung
und Anschluss an die Kanalisation