Industriedenkmal-Stiftung
Industriedenkmal-Stiftung NRW, 26.05.2018 09:26
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Geschichte
Die Kokerei Hansa ging im Jahr 1928 in Betrieb. Sie war eine von 17 Großkokereien, die Ende der 1920er Jahre im Zuge umfassender Rationalisierungsmaßnahmen in der Schwerindustrie im Ruhrgebiet errichtet wurden. Großkokereien ersetzten unrentabel gewordene Kleinanlagen und deckten den enormen Bedarf der Hüttenwerke, die den Koks für die Erzeugung von Roheisen brauchten. In Spitzenzeiten wurden auf Hansa täglich bis zu 5200 Tonnen Koks produziert. Die zeitweise größte Kokerei des Ruhrgebiets war Mittelpunkt einer Verbundwirtschaft: Sie bezog die zu verkokende Steinkohle von den benachbarten Zechen, lieferte den Koks an das nahe gelegene Hüttenwerk Dortmunder Union, erhielt von dort Hochofengas zum Beheizen der Koksöfen und lieferte ihrerseits das hochwertige Kokereigas an Industrie und Haushalte. Gleisanlagen, Gasleitungen und das Fördergerüst der 1980 stillgelegten benachbarten Zeche Hansa zeugen noch heute von diesem Zusammenhang.  
 
Der Architekt Hellmuth von Stegmann und Stein (gest. 1929) hat die Gebäude der Kokerei Hansa klar nach dem Produktionsablauf geordnet und in einer sachlich-funktionalen Architektur gestaltet. Im Wesentlichen sind zwei Produktionsbereiche zu unterscheiden, die sich entlang zweier parallel laufender Werkstraßen erstrecken. Auf der "schwarzen Seite" befinden sich die Anlagen für die Koksproduktion. Herzstück dieses Bereichs ist die rund 550 Meter lange Reihe der Koksöfen. Auf der "weißen Seite" liegen die Anlagen für die Gewinnung von Nebenprodukten und die Aufbereitung des Kokereigases. Besonderes Schaustück dieses Bereichs ist eine Maschinenhalle mit mächtigen dampfbetriebenen Gaskompressoren aus der Gründungszeit der Kokerei.
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