Industriedenkmal-Stiftung
Industriedenkmal-Stiftung NRW, 11.12.2017 01:59
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Zeche Schlägel & Eisen Schacht 3 und 4 | Herten-Langenbochum
<b>Zeche Schlägel & Eisen:</b> Das von Walter Gellhorn entworfenen Gerüst (1896/97) mit drei Streben ist eine Sonderform des Deutschen Strebengerüsts.
Das ursprünglich für eine Doppelförderung ausgelegte Gerüst über Schacht 3 stammt aus dem Jahr 1897 und ist eine Sonderform des deutschen Strebengerüstes. Es verfügt über drei Streben, da man Doppelfördergerüste zunächst wie zwei aneinanderstoßende Einzelfördergerüste baute, bei denen zwei Streben zu einem verschmolzen. Diese dreibeinigen Gerüste erwiesen sich jedoch als nicht sehr belastungsfähig und wurden bald durch zweibeinige Gerüste verdrängt.  
 
Das Maschinenhaus Schacht 3 wurde zeitgleich mit dem Fördergerüst im Stil des Historismus erbaut. Eine Hälfte des Gebäudes erhielt 1951 eine neue Bestimmung als Waschkaue. Damals wurde auch die historistische Fassade des Maschinenhauses komplett überformt und an die übrigen Tagesanlagen aus den 1920er/30er Jahren angepasst. Im Inneren wurde die ursprüngliche architektonische Gestaltung bewahrt.  
Die Dampffördermaschine wurde 1897 von der Gutehoffnungshütte (Oberhausen) gebaut und 1928 von der Prinz-Rudolf-Hütte (Dülmen) überarbeitet  
 
Das etwa 64 Meter hohe Fördergerüst über Schacht 4 wurde 1984/85 errichtet und gehört in die Gruppe der geschweißten Kastenkonstruktionen, die ab dem Ende der 1950er Jahre realisiert wurden. Eine Besonderheit bei der Fördereinrichtung stellt die Fünfseilförderung dar, die im Bergbau selten ange-wandt wurde. Das Gerüst zählt zu den wenigen gut erhaltenen Beispielen für diese vergleichsweise junge Bauart, die für die letzte Entwicklungsphase von Seilstützkonstruktionen im Ruhrgebiet steht. Die Schächte 3 und 4 wurden 1972/73 mit einer neuen ausziehende Grubenlüfteranlage ausgestattet, die ebenfalls erhalten geblieben ist.
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