Industriedenkmal-Stiftung
Industriedenkmal-Stiftung NRW, 08.09.2010 03:18
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Geschichte
Der spätere deutsche Kaiser Friedrich III., im Volksmund "Unser Fritz" genannt, war möglicherweise der Namensgeber für die Gründung eines Bergwerksunternehmens im Jahre 1871. Die Abteufarbeiten zur gleichnamigen Zeche im heutigen Ortsteil Herne-Wanne begannen im selben Jahr. 1873 wurde der Malakowturm über Schacht 1 errichtet und 1874 konnte hier die Kohleförderung aufgenommen werden. Mit der Inbetriebnahme eines benachbarten Schachtes (4) wurde Schacht 1 seit 1910 nur noch als Wetterschacht gebraucht. Nachdem "Unser Fritz" mit der Zeche Consolidation in Verbund trat, wurde die Anlage 1/4 1928 stillgelegt, jedoch weiter instand gehalten. Ab 1936 diente sie der Zeche Consolidation zur Seilfahrt und Materialförderung. Erst 1987 wurde Schacht 1 verfüllt und 1993 die Seilfahrt in Schacht 4 eingestellt.  
 
Malakowtürme wie derjenige über Schacht 1 kamen im Ruhrbergbau nach 1850 auf und waren eine Weiterentwicklung des bis dahin üblichen Schachthauses. Mit zunehmender Schachttiefe und höheren Förderlasten traten nämlich konstruktive und statische Probleme auf, die mit Hilfe der hohen, dickwandigen und mit Stützpfeilern verstärkten Türme bewältigt werden konnten. Das wehrhafte Aussehen führte zur Bezeichnung "Malakowturm", in Anlehnung an ein Fort der russischen Festung Sewastopol, das im Krimkrieg belagert worden war. Durch Verbesserung der Stahlqualitäten und -konstruktionen lösten stählerne Fördergerüste die steinernen Schachttürme ab.  
 
Auf der Zeche Unser Fritz erhielt Schacht 1 im Jahr 1890 ein stählernes Strebengerüst, das aus dem Malakowturm herauszuwachsen schien. Lange Zeit blieb diese stadtbildprägende Konstruktion bestehen, dann wurde das Gerüst Anfang der 1950er Jahre demontiert, der Turm um einen Meter Mauerwerk erhöht und das Dach geschlossen.
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