Denkmale und Industrienatur vereinen Neben der "Route der Industriekultur" wurde im Ruhrgebiet auch eine "Route der Industrienatur" entwickelt. Als Industrienatur wird das bezeichnet, "was auf stillgelegten Industrieflächen wächst und lebt". Durch Bodenaufschüttungen aus Schlacken, Bergematerial, Staub, Asche oder Bauschutt sind auf den Industriearealen künstliche Böden entstanden. Sie zeichnen sich durch Nährstoffarmut und geringe Wasserspeicherkapazität aus. Die Böden heizen sich im Sommer durch hohe Anteile an dunklen Materialien, z.B. Kohlenstaub, stark auf. Außerdem sind Industriestandorte durch den hohen Grad an Versiegelung wärmer als ihre Umgebung. Nur Pflanzen, die mit Hitze, Wassermangel, Nährstoffarmut und teilweise zu hohen pH-Werten auskommen können, gedeihen folglich auf den Industriebrachen. Die besonderen Mischungen aus seltenen Pflanzen und Tieren, die sich den schwierigen Lebensbedingungen angepasst haben, können Besucher auf der "Route der Industrienatur" kennen lernen. In Bezug auf den Denkmalschutz wirft die Industrienatur Fragen auf. Wie viel Natur kann ein Denkmal verkraften? Die Industriedenkmalpflege setzt hier Prioritäten: Um Gebäude und Anlagen vor Zerstörung (z.B. Pflanzenwuchs am Mauerwerk) zu schützen und um Blickachsen zu bewahren, muss das Grün in diesen Bereichen beseitigt werden. Bei großen Arealen, wie etwa der Kokerei Hansa, ist es nicht leicht, Denkmal und Industrienatur in Einklang zu bringen. Die Industrienatur breitet sich hier mit rasanter Geschwindigkeit aus und es bedarf eines großen Aufwandes, um alljährlich den Grünschnitt zu bewältigen.
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