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| Industriedenkmal-Stiftung NRW, 09.09.2010 10:29 |
| www.industriedenkmal-stiftung.de/docs/3806206160374_de |
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| Neue Nutzungen etablieren |
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Die Denkmale der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur sind längerfristig auf eine neue Zweckbestimmung angewiesen. Hier geht es darum, dem jeweiligen Kontext angepasste, denkmalgerechte Nutzungen aus den Bereichen Handel, Gewerbe, Freizeit, Kunst und Kultur zu entwickeln. Auf der Kokerei Zollverein in Essen liegt der Schwerpunkt im künstlerischen Bereich. Die erste dauerhafte Nutzung erfuhr das ehemalige Salzlager, das zu einem Ausstellungshaus umgebaut wurde, um die Rauminstallation „Palast der Projekte“ von Ilya/Emilia Kabakov zu beherbergen. Als temporäres Ausstellungshaus dient die imposante Mischanlage der Kokerei. Auch die Maschinenhalle Zweckel in Gladbeck macht inzwischen als exklusiver Ort für Theater, Konzerte und Kunstausstellungen von sich reden, und der Malakowturm der ehemaligen Zeche Prosper II Schacht 2 wurde zu einem Ort der Bergbau- und Migrationsgeschichte entwickelt. Dauerhaft wird die Stiftung diejenigen Denkmale betreuen, die vielleicht ohne praktische Funktion bleiben werden, wohl aber als "Landmarken" für ihre Region und darüber hinaus von großer Bedeutung sind.
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| Industriedenkmale behutsam verändern |
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In der Regel sind die Umnutzungen eines Industriedenkmals mit Umbauten verbunden. Hier stellt sich die Frage, ob ein Industriedenkmal überhaupt verändert werden darf. Das nordrhein-westfälische Denkmalschutzgesetz lässt bauliche Veränderungen an Denkmalen zu, allerdings bedarf jeder Eingriff in die denkmalgeschützte Bausubstanz der Genehmigung durch die Untere Denkmalbehörde. Zu den denkmalverträglichsten Lösungen zählt in der Regel, wenn ein Bauwerk nach der Unterschutzstellung in seiner angestammten Nutzung weitergeführt werden kann, wie zum Beispiel ein Verwaltungsgebäude, das nach der Unterschutzstellung in vergleichbarer Funktion weitergenutzt wird. Das ist jedoch bei zahlreichen Industriedenkmalen nicht der Fall. Um diese Denkmale dennoch langfristig erhalten zu können, ist eine Änderung der ursprünglichen Nutzung erforderlich und sinnvoll. Die 1992 stillgelegte Kokerei Hansa in Dortmund-Huckarde ist als Ankerpunkt der Route der Industriekultur für Besucher erschlossen worden. Hier wurde ein neues Wegesystem angelegt, versehen mit Stegen, Brücken und Treppen, so dass die Besucher das Denkmal auf sicheren Pfaden erkunden können. Um ihnen einen Überblick über den Produktionsbereich der schwarzen Seite zu vermitteln, wurde eine Bandbrücke, die einst Kohle in den Sortenturm beförderte, seitlich verglast. Die Verglasung ersetzte die schadhafte Eternitverkleidung, die wie die Bandbrücke selbst, aus den 1960er Jahren stammte. Des weiteren entschied man sich, einen Kohlenbunker durch den Einbau einer Treppe für Besucher begehbar zu machen. Dies erforderte einen Einschnitt in die Bausubstanz im Bereich der trichterförmigen Bunkerausläufe. Ziel der Maßnahme war, das Prinzip der Kohlenspeicher für Besucher anschaulich zu erschließen. Die Untere Denkmalbehörde erteilte in allen Fällen die denkmalrechtliche Erlaubnis. Auch in der Maschinenhalle Zweckel in Gladbeck wurden Veränderungen am Denkmal vorgenommen, um das Denkmal als Veranstaltungsstätte für eine Kapazität von 850 Personen nutzen zu können. Die aus dem Jahr 1909 stammende Anlage wurde mit einem gläsernen Aufzug und einer Treppenanlage ausgestattet, um das Hauptgeschoss zu erschließen. Da die einstige Maschinenhalle auch den Ansprüchen hochwertiger Konzertveranstaltungen gerecht werden sollte, entschied man sich für den Einbau einer Akustikdecke. Diese wurde so angebracht, dass das stählerne Dachträgerwerk weiterhin sichtbar blieb. Zur Beurteilung dieser Maßnahme wurde das Westfälische Amt für Denkmalpflege beratend hinzugezogen. Die denkmalrechtliche Erlaubnis wurde von der Unteren Denkmalbehörde erteilt.
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| © Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, 2010 |
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