Industriedenkmal-Stiftung
Industriedenkmal-Stiftung NRW, 15.12.2017 07:22
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Zeche Consolidation Schacht 9 | Gelsenkirchen-Bismarck
<b>Zeche Consolidation:</b> Das Doppelstrebengerüst von 1922 ist ein industriegeschichtliches Wahrzeichen des Stadtteils Gelsenkirche-Bismarck
Sieben Eigentümer von Grubenfeldern, darunter der Essener Industrielle Friedrich Grillo, schlossen sich 1862 zusammen, um in einer beinahe unbesiedelten Landschaft der Gemeinde Schalke ein Bergwerk zu gründen, das den Namen „Consolidation“ erhielt. Damit wird an den Vorgang des Zusammenlegens von Grubenfeldern erinnert, den man in der Bergbausprache als „Consolidation“ bezeichnet. Ein solcher Zusammenschluss war bei den Tiefbaubauzechen der Region üblich und ratsam, weil die hohen Investitionskosten und Risiken auf mehrere Schultern verteilt wurden.  
 
Schon zu Betriebszeiten der Zeche Consoldation erkannte man den Denkmalwert des Fördergerüsts über Schacht 9 und so erfolgte bereits 1987 die Eintragung in die Denkmalliste der Stadt Gelsenkirchen. Die zugehörigen Maschinenhäuser wurden 1992 unter Schutz gestellt. Damit war der erste Schritt zur Bewahrung des industriehistorischen Monuments getan. Mit der Übertragung des Fördergerüsts sowie der Maschinenhäuser in das Eigentum der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur im Jahr 1998 wurde die langfristige Bewahrung des herausragenden Ensembles „Consolidation Schacht 9“ ermöglicht.  
 
Das Denkmalensemble Bergwerk Consolidation Schacht 9 mit dem Fördergerüst und den zugehörigen Maschinenhäusern wurde in den Jahren 2002 bis 2005 von der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur und der Stadt Gelsenkirchen mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen sowie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz saniert.  
 
Das 53 Meter hohe Fördergerüst über Schacht 9 gilt als Wahrzeichen des Stadtteils Gelsenkirchen-Bismarck. Die Stahlfachwerkkonstruktion aus genieteten Profileisen wirkt, obwohl sie hohe Lasten zu bewältigen hatte, insgesamt leicht und filigran. Das Strebengerüst, im Jahr 1922 erbaut, zählt zu den späten erhaltenen Objekten dieser Art.  
 
Im nördlichen Maschinenhaus präsentiert die Stadt Gelsenkirchen seit dem Jahr 2006 die Sammlung Werner Thiel (1927-2003) mit faszinierenden „Fundstücken“ aus dem Bergbau. Seit 1980 trug der Gelsenkirchener Künstler Artefakte und Relikte bergmännischer und industrieller Arbeit zusammen, um sie in Installationen und Collagen zu bearbeiten.  
 
Im südlichen Maschinenhaus fand der Initiativkreis Bergwerk Consolidation e.V. seine Bleibe. Die Mitglieder des im Jahr 1997 gegründeten Vereins engagieren sich für das Denkmal, bieten Führungen an und präsentieren, „ihre“ Fördermaschine, die sie sorgfältig konserviert und sogar wieder funktionstüchtig gemacht haben. So können Besucherinnen und Besucher die Zwillingsdampffördermaschine im Schaubetrieb zu erleben.
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